Deutschland II

 

 

 

 

 

 

 

LEONHARD WEISS

In Göppingen gründete Leonhard Weiss 1900 sein Unternehmen, welches noch heute seinen Namen trägt. Der erste Auftrag wurde von der westdeutschen Eisenbahngesellschaft, ein Abschnitt der Strecke Aalen-Neresheim-Ballmertshofen, an Weiss vergeben. Weitere Aufträge für namhafte Eisenbahngesellschaften folgten. Der Grundstein als Eisenbahnbau-spezialist war gelegt. Um 1905 wurde die Firma  auch im Tief- und Straßenbau tätig. 1921 kaufte Leonhard Weiss das Firmengelände in Göppingen und baut es zum Haupt- sitz aus. 1938 stirbt der Firmengründer, die Geschäfte werden von seiner Frau Ottilie, seinem Sohn Walter und dem Schwiegersohn Werner Schmidt  weitergeführt. Im gleichen Jahr erfolgt die Gründung der Niederlassung Crailsheim. Nach dem 2. Weltkrieg erfolgte die Erweiterung der Firma um mehrere Sparten. Die zunehmende Technisierung der Bauaktivitäten hatte zur Folge, dass der Maschinenpark immer mehr erweitert wurde. 1985 wird eine Fußbodentechnikfirma gegründet, welche sich auf die Herstellung von Fußbodensystem spezialisiert hat. Die Wiedervereinigung Deutschlands bringt auch für LEONHARD WEISS Aufträge, Niederlassungen in den neuen Bundesländern werden gegründet. Zur Gründung des  Tochterunternehmens SDC Steinsanierung und Denkmalpflege Crailsheim GmbH & Co. KG kommt es 1994, ein Spezialist für Sanierung von Denkmälern.    1998 erfolgte eine Umstrukturierung der Firma LEONHARD WEISS, in die vier Hauptge- schäftsfelder Gleisbau, Straßen- und Netzbau, Ingenieur- und Schlüsselfertigbau und Dienstleistungen.  2001 wurde das Tochterunternehmeen, LEONHARD WEISS BAU AG, in Zürich (Schweiz),  gegründet diese Firma erwarb, sieben Jahre später, die FRIES AG. Der österreichische Ableger, LEONHARD WEISS AUSTRIA Ges. m.b.H, entstand 2007. Der Umsatz betrug 2008, mit rund 2900 Mitarbeitern,  rund 635 Mio. Euro.


Bildnis des Firmengründers




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Zum Maschinenpark gehört auch diese Lok


Eisenbahnkran der Marke KIROW



Zweiwegefahrzeug auf einer Gleisbaustelle bei Aalen (2008)

MÜLLER-ALTVATTER

Wilhelm Müller-Altvatter gründet 1932 das Unternehmen, welches sich ab 1935 auf den Großbrückenbau spezialisierte. Beim Bau der Reichsautobahn wurden zahlreiche Brückenbauwerke realisiert. Der 2. Weltkrieg zerschlug die Zukunftspläne Müller-Altvatters, große Teile der Firma wurden zerstört. Nach der erfolgreichen Wiederaufbauphase, übergab der Firmengründer 1958 die Geschäfte an seinen Sohn Harro. 1968 beteiligte sich die Berliner KLAMMT AG, als Kommanditist, an der MÜVA. Beide Firmen kamen 1972 in die Hände des AGIV-Konzerns, welcher bereits an der WAYSS & FREYTAG AG beteiligt war. Zwei Jahre später beginnen die Auslandsaktivitäten, mit Projekten in Algerien, Kuwait und der Türkei. Ab 1980 spielt der Schlüsselfertigbau eine wichtige Rolle. 1996 wird die MÜVA, zusammen mit der KLAMMT, WAYSS & FREYTAG und RAULF BAU, von der AGIV an den holländischen HBG-Konzern veräußert. Nach der Übernahme der HBG durch die Royal BAM, wird 2003 auch die MÜVA ein Teil dieser Gruppe. Zum 01. Januar 2007 fusionierte die WAYSS & FREYTAG Schlüsselfertigbau AG mit der MÜLLER-ALTVATTER Bauunternehmung GmbH & Co.KG zur BAM Deutschland AG.


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Baustelle EnBW-City (2006)


PHILIPP HOLZMANN


In Dreieichenhain wurde 1849 das Unternehmen, durch Johann Philipp Holzmann, gegründet. Der versierte Unternehmer übernahm zunächst Aufträge im Eisenbahnbau, wie den Schwarzkopftunnel (1854) und erweiterte die Firma. Der Firmensitz wurde 1856 nach Frankfurt/Main verlegt, wo später eine Baufabrik entstand. 1865 übergab er die Geschicke in die Hände seiner Söhne Philipp und Johann Wilhelm, fünf Jahre später starb der Firmengründer. Der Bau des Frankfurter Opernhauses wurde 1873 an HOLZMANN vergeben. Vier Jahre später erfolgte der Einstieg, mit dem Bau einer Brücke in Basel, in das Auslandsgeschäft. Bereits 1906 war HOLZMANN auf dem südamerikanischen Markt präsent. Die Zusammenarbeit mit der Internationalen Baugesellschaft (Immobilienfirma) bescherte dem Unternehmen eine gewaltige Expansion und Krisensicherung. Ein Zeichen dafür war die Änderung der Rechtsform, ab Oktober 1917 firmierte Holzmann als Aktiengesellschaft. Dabei ging die Internationale Baugesellschaft in der PHILIPP HOLZMANN AG auf. Die Weltwirtschaftskrise machte auch vor dem Unternehmen nicht halt, dabei entstanden empfindliche Verluste. Mit Beginn des Dritten Reiches mussten Juden, auf Druck der brauneMachthaber,  aus verantwortungsvollen Positionen entfernt werden. In dieser Ära war die PHILIPP HOLZMANN AG an zahlreichen Großprojekten, z.B. Reichsautoutobahnbau, KdF-Bad Prora, Reichskanzlei Berlin, Buna-Werk Auschwitz, Westwall etc., beteiligt. Bei besonders wichtigen  Projekten wurden auch Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge eingesetzt. Nach Kriegsende begann die Neuformierung begann, fast alle Niederlassungen hatten empfindliche Verluste erlitten. In Frankfurt/Main gründete HOLZMANN 1945, zusammen mit der Stadt, der WAYSS & FREYTAG AG und der Metall-gesellschaft, die Trümmerverwertungsgesellschaft, eine Basis für den Wiederaufbau. Die PHILIPP HOLZMANN AG mauserte sich zum größten Bauunternehmen in der BRD und war auch weltweit auf allen Kontinenten tätig. In den 60er Jahren wurde der Fertigteilbauer IMBAU übernommen. 1990 kam es zur Übernahme des deutschen Konkurrenten HELD & FRANCKE AG, gleichzeitig wurde der ostdeutsche Markt erschlossen. Am 25. Oktober 1999 beging der Baugigant, 1994 erarbeiteten 43000 Mitarbeiter noch über 13 Mrd. DM Umsatz, sein 150-jähriges Jubiläum, doch schon wenige Tage später musste der Vorstand, nach Bekanntgabe eines Schuldenber-ges von 2,4 Mrd. DM, einen Insolvenzantrag stellen. Die Sanierung gestaltete sich schwierig, zahlreiche Arbeitsplätze wurden gestrichen, Nieder-lassungen geschlossen, Beteiligungen verkauft. Selbst eine Bürgschaft des Bundes, unter dem damaligen Kanzler Schröder aufgeboten, verhinderte die endgültige Pleite, im März 2002, nicht.





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Aktie von 1935



Brückenbaustelle der PHILIPP HOLZMANN AG


Leipziger Zentralstadion - eine der letzten Baustellen


Turmdrehkrane stehen zur Versteigerung bereit